Verteidigung ist der erste Angriff

An einem warmen Sommerabend sitze ich vor meinem Späti in Neukölln. Die Luft ist weich, Stimmen mischen sich ineinander, dass sie wie summende Bienen klingen und für einen Moment wirkt Berlin friedlich.

Dann sehe ich ihn: einen durchtrainierten Mann mit finsterem Blick, der aufgeplustert die Straße entlangkommt, als trage er eine unsichtbare Rüstung. Es sieht entschlossen aus, wirkt aber auf mich feindselig. Aus der anderen Richtung nähert sich ein zweiter, fast identisch. Sie bewegen sich genau aufeinander zu und bleiben dicht voreinander stehen. Im Späti wird es still. Beide fixieren sich, beide machen sich größer, breiter, härter. Für einen Augenblick stehen sie zu dicht voreinander, als würde die Luft zwischen ihnen knistern.